Der "Große Zapfenstreich"

 

Der "Große Zapfenstreich" hat historisch seine Wurzeln zur Zeit der Landsknechte im 16. und 17. Jahrhundert. Er war ursprünglich eine "Ordnungsmaßnahme" in den Lagern der Landsknechte und Soldaten, wenn diese zur Nachtruhe gehen sollten.

 

Am Abend ging man mit Pfeifen, Trommeln und Trompeten, angeführt von einem Vorgesetzten, durch das Lager und die umliegenden Kneipen. Dort wurde mit einem Stock auf das Fass geschlagen bzw. der Zapfen abgeschlagen. Mit diesem sogenannten "Schlag ab" wurde die Ruhezeit eingeleitet.

 

Heute wird der Zapfenstreich besonders von der Bundeswehr als "Großer Zapfenstreich" zu feierlichen Anlässen und Ehrungen, wie z.B. bei der Verabschiedung des Bundespräsidenten, aufgeführt.

 

Beteiligt am "Großen Zapfenstreich" sind der Spielmannszug, das Musikkorps, der Kommandeur sowie der/die zu Ehrende(n). Abgerundet wird der feierliche Rahmen durch Ehrenformationen und Fackelträger.

 

Dem eigentlichen Zapfenstreich ist die sogenannte Serenade vorgelagert. Dort werden auf Wunsch des/der zu Ehrenden verschiedene Musikstücke vorgetragen. Nach der Serenade beginnt auf Kommando der Spielmannszug mit der Locke - als Ankündigung der Ruhezeit - und dann gefolgt, gemeinsam mit dem Musikkorps das Spielen des "Zapfenstreich-Marsches". Diesem schließen sich drei Signale (Posten) an, die folgende Bedeutung haben:

  • Der 1. Posten galt dem Rückruf der Kavallerie.
  • Der 2. Posten galt denen, die dem 1. Signalruf nicht gefolgt waren; den Vermissten und Verwundeten.
  • Der 3. Posten galt denen, die nicht mehr wiederkommen; den Toten.

Es schließt sich das "Zeichen zum Gebet" an. Dieser Teil wurde erst später in den "Großen Zapfenstreich" aufgenommen.

 

Der "Ruf nach dem Gebet" und das Spielen der Nationalhymne bilden den Abschluss des "Großen Zapfenstreiches". Danach wird der musikalische Vortrag durch den Kommandeur abgemeldet.

 

Die Abfolge des "Großen Zapfenstreiches" hat sich seit dem 18 Jahrhundert kaum verändert.

© 2008 Tambourkorps Köln-Stammheim